Ein Klimafest in Aachen, fast in Hörweite des Hambi!
Das schafft Bewusstsein und gute Laune für weitere Klimakämpfe.

Das war unsere Idee, als wir 2019 das erste Sounds for Climate Musikfestival in Aachen organisiert haben. Bei den Kämpfen zum Schutz des Hambacher Waldes vor den Baggern von RWE hatten wir 2018 mitbekommen, wie viel Kreativität in der Klima­ge­rech­tig­keits­be­we­gung steckt. Mit Leinwand und Pinsel, mit Fotokameras, im Schneideraum für Dokumentar­filme, und last not least: An der Gitarre und am Klavier, am Drumset, Synthesizer und Gesangsmikro. Viele Menschen legten sich ins Zeug, um diesen Kampf zu gewinnen. Diese Motivation wollten wir nutzen und weiter ausbauen. Und das gelang 2019 so gut, dass wir daraus ein jährliches Event machen wollten.

Unser Festival verfolgt in der politischen Szene zweierlei: Erstens, sie weiter zu verbreitern und Menschen zu erreichen, die zuerst vielleicht „nur“ wegen der Musik kommen, dann aber auch drumherum einiges lernen und mitnehmen. Zweitens, beim politischen Engagement das Feiern nicht zu kurz kommen zu lassen. Wie Emma Goldmann sagte: „Es ist nicht meine Revolution, wenn ich nicht tanzen kann.“

Die Künstler*innen traten bei den ersten beiden Festivals ohne Gage auf, um den guten Zweck zu unterstützen. Davon sind wir 2026 abgerückt, weil wir denken, dass die kreative Leistung wenigstens in bescheidenem Rahmen honoriert werden soll. Aber die vielen helfenden Hände, ohne die das Fest nicht möglich wäre, arbeiten weiterhin ehrenamtlich. Tausend Dank dafür! So können wir Sounds for Climate weiterhin als kostenloses Festival organisieren. Wir freuen uns, wenn ihr als Besucher*innen etwas in die Spendenboxen steckt – aus dem Erlös werden unsere Unkosten gedeckt. Ein etwaiger Überschuss geht in die allgemeinen Aktivitäten der Klima­ge­rech­tig­keits­be­we­gung. Spenden könnt ihr übrigens jederzeit hier über unsere Webseite.

Das Tuchwerk in der Soers war als Veranstaltungsort für Sounds for Climate ein besonderer Glücksgriff. Zum einen ist es selbst ein gelungener Fall von Upcycling: Wo früher Textilien produziert wurden, ist heute ein spannender Hotspot der Geschichte und des kulturellen Schaffens entstanden. Zum anderen liefert die alte Fabrikanlage eine groß­artige Kulisse und der leicht verschachtelte Grundriss strukturiert das kulturelle und kulinarische Angebot während des Festivals. Auch die Zusammenarbeit mit den Betreibern des Tuchwerks, einem hilfsbereiten und sehr kooperativen Team, war großartig und machte viel Spaß. Wegen der seit Jahren angekündigten Bauarbeiten auf dem Gelände, deren Beginn wir nicht vorhersehen können, ist das Tuchwerk aber zur Zeit leider keine Option für uns. Deshalb gehen wir 2026 auf die grüne Wiese.

Viele Hindernisse haben uns seit 2020 die Planung schwer gemacht: Die Corona-Pandemie, dann plötzliche neue Hürden im städtischen Genehmigungsverfahren, schließlich die Schwierigkeit, ein geeignetes Ersatzgelände zu finden. Aber wir haben all die Jahre nicht aufgegeben. Denn: Unsere Energie ist erneuerbar!