Sounds for Climate
Die Akteure

Das Organisationsteam

Das Sounds for Climate-Team hat sich Anfang 2019 zusammengefunden. Es entstand als Arbeitsgruppe des HAMBI SUPPORT AACHEN, der im Jahr davor zum Kampf gegen die Zerstörungspolitik des Innenministers Herbert Reul energisch beigetragen hatte. Unterstützung kam zudem aus den Reihen der AACHENER GEFLÜCHTETEN BEWEGUNG. In den letzten Jahren ist klar geworden, dass beide Themen eng zusammenhängen.

Es war großartig zu erleben, wie die verschiedenen Temperamente, Talente und Expertisen in der Gruppe zusammenwirkten, um die komplexe, uns allen neue Aufgabe einer Festivalorganisation zu stemmen. Bei einem Dutzend Treffen wurden im Vorfeld alle Aspekte – vom Kontakt mit den Künstlern über die Technik, die bürokratischen Hürden, Versicherung, Reklame, Dekoration, Workshops, Speis und Trank, und und und, erarbeitet. Ein ganzes Treffen diente z.B. ausschließlich der ausführlichen Verköstigung und der empirischen Klärung der Frage, welche nachhaltigen Biere auf dem Festival angeboten werden sollten!

Die Vorbereitungen für das Sounds for Climate 2020 Festival liefen schon auf Hochtouren – das Lineup z. B. stand schon weitgehend – als die Corona-Pandemie das kulturelle Leben weitgehend lahmlegte. Anfang Juni sagten wir das Festival dann schweren Herzens ab, das für Ende August geplant war. Nun richten wir unsere Blicke auf den Sommer 2021; hoffentlich ist der kulturelle Shutdown dann endlich vorbei!

Der Verein

2020 haben wir einen e.V gegründet, der unsere Arbeit auf solidere Füße stellt. Über ein Vereinskonto können wir jetzt auch unsere Finanzen abwickeln und Spenden sammeln. Als gemeinnütziger Verein können wir absetzbare Spendenquittungen ausstellen. Das Organisationsteam wird trotz personeller Überschneidungen unabhängig vom Verein arbeiten, weil es vom Verein dazu beauftragt ist.

Der Hambi-Support

Hambi-Support-Gruppen entstanden in verschiedenen Städten des Rheinlandes, als sich der Konflikt um die Zerstörung des Hambacher Waldes ab etwa 2016 zuzuspitzen begann. Der „Hambi“ war einst das größte zusammenhängende Waldgebiet im Rheinland. Seit den 70er Jahren wurde er für den vom RWE-Konzern betriebenen Braunkohle-Tagebau Hambach Stück für Stück zerstört. Seit 2012 wurden Teile des Waldes von Wald- und Klimaschützer*Innen besetzt, durch Polizeieinsätze geräumt, und wieder besetzt. Um diese Baumhaussiedlungen, um die seit 2014 regelmäßig durchgeführten politischen „Waldspaziergänge“, und um die Klagen des BUND gegen die rechtswidrige Zerstörung eines Fauna-Flora-Habitat-Gebietes kristallisierte sich ein bunter Graswurzel-Widerstand, der von Jahr zu Jahr wuchs. Als RWE 2018 verkündete, nun den kompletten Restwald vernichten zu wollen, und Innenminister Reul mit dem größten Polizeieinsatz in der Geschichte des Landes NRW die Baumhäuser räumen und zerstören ließ, waren es zehntausende, die Woche für Woche protestierten, bis schließlich die Rodung des Hambi gerichtlich untersagt wurde.

Der Hambi war längst zu einem Symbol geworden für die Auseinandersetzung um die Braunkohleverstromung – die dreckigste und unsinnigste Art, Strom zu produzieren –, für die weltweit geführten Kämpfe der Klimagerechtigkeitsbewegung gegen die Verbrennung fossiler Energieträger, und auch für den Kampf gegen ein globales Wirtschaftssystem, das ständiges Wachstum auf einem begrenzten Planeten beansprucht, das durch die Ausbeutung von Menschen und Natur massenhaft Elend produziert, und das durch die menschengemachte Erderwärmung nun den Bestand der menschlichen Zivilisation überhaupt gefährdet.

Der HAMBI SUPPORT AACHEN hat zu den Protesten am Hambi, in Aachen selbst, in der Landeshauptstadt Düsseldorf oder z.B. in Essen bei den RWE-Hauptversammlungen mobilisiert. Die Waldspaziergänge von MICHAEL ZOBEL UND EVA TÖLLER wurden hier in Aachen organisiert. Während der polizeilichen Räumungen organisierte die Aachener Gruppe einen „GESA-Support“, um Aktivist*Innen, die in die Aachener Gefangenen-Sammelstellen gebracht wurde, nach ihrer Entlassung zu helfen. Darüber hinaus war der HAMBI SUPPORT AACHEN ausgesprochen kulturell kreativ. Hier entstand eine Reihe großer, künstlerisch gestalteter Transparente; hier wurden die 2018 ikonisch gewordenen „Stoppt Braunkohle“-Fahnen designt; hier entstand der Kino-Trailer MAY THE FORST BE WITH YOU, der bundesweit in Programmkinos zum Widerstand gegen die Rodung aufrief. An dieses kreative „Erbe“ knüpft Sounds for Climate an.

 

Aktionskonsens Organisationsteam

Das Sounds for Climate – Team hat sich als Arbeitsgruppe des Aachener Hambi-Support-Plenums zusammengefunden mit der Idee, die Anliegen der Klimagerechtigkeitsbewegung mit den kreativen Medien der Musik und der Kunst zuverknüpfen. Das geschieht insbesondere durch das im Jahr 2019 erstmals in Aachen durchgeführte Sounds for Climate – Musikfestival.
Die Idee entstand aus dem Wunsch, die Erfolge des Rodungsstops im Jahr 2018 im Hambacher Forst und den ungebrochenen, langjährigen Protest und die Standfestigkeit der Klimagerechtigkeitsbewegung zu feiern – im Bewusstsein, dass damit der Hambi keineswegs gerettet war, vom globalen Klima ganz zu schweigen. Der Kampf um Klimagerechtigkeit wird lang und anstrengend – er braucht auch Impulse des Schöpferischen und der Ausgelassenheit.
Unsere Haltung und die nachhaltige Konzeption der Festivals folgen wissenschaftlichen Erkenntnissen bezüglich der Klimakatastrophe und der daraus resultierenden erforderlichen Maßnahmen …